Jagdverband Mecklenburg-Strelitz / Neubrandenburg e.V.
Anerkannter Naturschutzverband im Landesjagdverband Mecklenburg-Vorpommern

Jagdliches Brauchtum im Wandel der Zeit

Was ist jagdliches Brauchtum eigentlich und wie wird es heute noch angewandt?

Neben der traditionsgemäßen grünen Kluft, zählen die Jägersprache, die Bruchzeichen, das waidgerechte Versorgen des Wildes sowie das Jagdhornblasen und die Jägerlieder dazu.

Einiges davon wird in den zahlreichen Jagdschulen unter dem zeitlichen Aspekt nicht mehr in der Tiefe vermittelt, ausgenommen die Wildbrethygiene. Der Loden zum Beispiel ist als vielseitige Jagdbekleidung in den letzten Jahren mehr der Funktions- und/oder Sicherheitskleidung gewichen. Ähnlich ergeht es dem deutschen Jägerhut. So hat ein Schütze manchmal ein Problem, den Schützenbruch am Basecup zu befestigen.

Die Bruchzeichen von brauchtumsgerechten Baumarten zu gewinnen und anzuwenden ist in der jagdlichen Praxis den Trassierbändern (rot-weiß) oder auch den GPS-Koordinaten gewichen.

Früher wurden Gesellschaftsjagden durch Jagdhörner geleitet und die Jäger konnten sich über weite Entfernungen durch sie verständigen. Bedauerlicherweise sind Mobiltelefone oder Funkgeräte heute die sichereren und einfacheren Verständigungsmittel.

Doch in der ländlichen und städtischen Bevölkerung erfreuen sich die Jagdhornklänge immer noch großer Beliebtheit. Jagdhornbläsergruppen sind öffentlich wirksame Botschafter für den Jäger. Eingeladen werden sie zu Jubiläen und Veranstaltungen der Jägerschaft, zu Familien- und Dorf-Festen und begleiten Trauerfeiern. Die Besten fahren zu Landes- und Bundeswettbewerben. Zu den Höhepunkten zählen auch die Ausgestaltung von vielen Hubertusmessen in der Region und darüber hinaus. 

Die schöne Tradition des Jagdhornblasens sollte auch weiterhin vermittelt werden und erhalten bleiben, auch wenn nicht jeder Jagdeleve ein musikalisches Talent besitzt. Aber es gibt nichts, was man nicht erlernen kann.

Das Fürst-Plesshorn ist das am meisten verbreitete der Jagdhörner. Es verfügt über einen Tonumfang von nur 5-7 Naturtönen in zwei Oktaven. Es passt in jeden Jagdrucksack. Älter dagegen sind die aus Frankreich stammenden großen Parforcehörner mit 11 bzw. 15 Tönen in mehr als drei Oktaven. In vielen Bläsergruppen werden aber auch Ventil-Jagdhörner und Waldhörner zum Klingen gebracht, mit denen jede Melodie spielbar ist. Nicht nur Jägerinnen und Jäger sind Mitglieder in den Gruppen sondern viele Natur- und Musikbegeisterte Frauen und Männer, ja selbst Mädchen und Jungen ab dem siebenten Lebensjahr.

Ein angehender Jagdhornbläser könnte sich das Musizieren vielleicht mit etwas Übung und Geduld auch selbst beibringen. Im Internet findet man Videos, die erste Anregungen geben könnten. Doch viel schöner ist es, die musikalischen Grundkenntnisse in einer Bläsergruppe vermittelt zu bekommen. Wer besonders gründlich lernen will, findet in einer Musikschule eine fundierte Ausbildung.

Schaut einfach unter http://www.ljv-mecklenburg-vorpommern.de/Fachbereiche-Arbeitsgruppen/Jagdkultur-und-Brauchtum um. Hier sind die Bläsergruppen in Mecklenburg-Vorpommern und deren Ansprechpartner gelistet.

Jährliche Seminarangebote für Anfänger und Fortgeschrittene sind unter dem Link des http://www.jagdhorn-workshop-mv.de zu finden.

Also, ran ans Jagdhorn und/oder Telefon und helft mit, dass dieses schöne Brauchtum erhalten bleibt!

Weidmannsheil!

Gottfried Merker (Obmann jagdliches Brauchtum)



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